Tarifverhandlungen Bauhauptgewerbe

Die Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind beendet. Nach der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben nun auch die beiden Arbeitgeberverbände, der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Schlichterspruch des früheren Bundesministers Wolfgang Clement zugestimmt. Demnach erhalten die Bauarbeiter rückwirkend zum 1. Mai mindestens 5,7 Prozent mehr Lohn.

Aus Sicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ist der Kompromiss allerdings kein optimales Ergebnis. "Unsere Mitglieder haben sich mit ihrer Zustimmung nicht leicht getan. 5,7 Prozent plus Einmalzahlungen sind für viele Bauunternehmen kaum zu verkraften, denn die Baukonjunktur verläuft regional und branchenbezogen sehr unterschiedlich", sagte Frank Dupré, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Die Zustimmung sei auch deshalb erfolgt, weil keiner Streiks riskieren wollen.

Die Arbeitnehmervertreter äußerten sich zufrieden über den Kompromiss. "Wir haben einen qualitativ hochwertigen Tarifvertrag abgeschlossen, den die Beschäftigten mit ihrer fachlichen Leistung gerade jetzt in der Hochkonjunktur mehr als verdient haben", sagte Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau.

Das Schlichtungsergebnis sieht ab Mai 2018 ein Plus im Westen von 5,7 Prozent und im Osten von 6,6 Prozent vor. Für 2019 gibt es dort einen weiteren Schritt von 0,8 Prozent. Die Laufzeit beträgt 26 Monate. In dieser Zeit erhalten die Beschäftigten im Westen 1100 Euro Einmalzahlungen in drei Schritten, im Osten kommt eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro hinzu. Zudem regelt der Schlichterspruch einen Stufeneinstieg in ein bundesweites 13. Monatseinkommen sowie die Ausbildungskosten und eine perspektivische Lösung für bezahlte Wegezeiten zu den Baustellen.

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